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11.09.2018 11:13

Denkmalschutzpreisträger 2018 gekürt


In der Wöhlsdorfer Kirche ehrte die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg e zwei Kommunen und zwei private Bauherren mit dem Denkmalschutzpreis 2018. Zum 17. Mal vergab der Landkreis Greiz in diesem Jahr diesen Preis. Damit würdigt er herausragende Pflege-, Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten an Kulturdenkmalen.
Die Gemeinde Kauern erhält den Denkmalschutzpreis 2018 für die Restaurierung der Modelstuckdecke in der so genannten Herrenstube im Herrenhaus des früheren Rittergutes. Das Herrenhaus, so belegen dendrochronologische Untersuchungen, entstand Mitte des 16. Jahrhunderts. Besagte Stuckdecke gilt als eine der ersten Stempel- und Modelstuckdecken, wie sie später in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mehrfach in Mitteldeutschland entstanden.
Ein ganz anderes Zeugnis ländlicher Baukultur wurde in der Gemeinde Korbußen restauriert und revitalisiert. Der sogenannte Reichardts Hof – ein Dreiseitenhof – stand Jahre leer, ehe sich die Gemeinde entschloss, dem ländlichen Anwesen neues Leben einzuhauchen und damit nicht nur ein typisches Gehöft vor dem Verfall zu retten, sondern auch eine Erlebnisstätte volkskundlicher Traditionen zu schaffen. Die Nutzung der restaurierten Hofanlage wird vom Heimatverein organisiert. Dieser kann nun neben dem Vereinsleben und kleinen öffentlichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Angeboten für private Feierlichkeiten durch die wieder hergestellte Architektur auch Einblicke in das frühere bäuerliche Leben, die Arbeitsweisen und den Hausbau anbieten.
Gerhard Hadlich aus dem Zeulenroda-Triebeser Ortsteil Arnsgrün  wird der Denkmalpreis verliehen für  seinen enormen persönlichen und finanziellen Einsatz für die Errichtung  eines Denkmals für im 2. Weltkrieg gefallene Arnsgrüner, gleich neben dem vorhandenen Gedenkstein für die Opfer des 1. Weltkrieges. In mühevoller und akribischer Forschungsarbeit ermittelte er die Namen der Toten, die nun für die Nachwelt in Erinnerung gerufen werden. Auch den rund 5400 Euro teuren Stein hat Gerhard Hadlich größtenteils aus eigener Tasche bezahlt.
Für die Sanierung und Umnutzung des früheren Werkstattanbaus der altehrwürdigen Steinermühle Waltersdorf b. Berga haben Carmen Reitberger und Ralf Meyer-Ahrens den Denkmalschutzpreis 2018 des Landkreises Greiz erhalten. 1999 entdeckten sie die Steinermühle Waltersdorf, die bereits in einem im Naumburger Domstiftsarchiv  archivierten Lehnsbrief des Jahres 1454 genannt wird, aber seit Mitte der 1980-er Jahre dem Verfall preisgegeben war. Schritt für Schritt gaben sie den Gebäudeteilen ihre Historie zurück und hauchten ihm neues Leben ein. Ende 2013 begannen sie das Werkstattgebäude zu sanieren und zwei individuelle Ferienwohnungen einzubauen - mit hohem gestalterischem Anspruch und unter bewusster Einbeziehung verschiedener historischer Ausstattungsteile.
Bilder von der Preisverleihung finden Sie hier.