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26.09.2019 08:15

Denkmalschutzpreis des Landkreises Greiz zum 19. Male verliehen


Im Bergaer Klubhaus, selbst ein Bauzeugnis der Nachkriegsmoderne, fand in diesem Jahr die Festveranstaltung zur Verleihung des Denkmalschutzpreises des Landkreises Greiz statt. Nicht von ungefähr habe man sich für diesen Veranstaltungsort entschieden, so die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg zur Begrüßung, denn die Stadt habe im Zusammenhang mit dem Uranerzbergbau durch die Wismut insbesondere in den 1950er Jahren eine  rasante städtebauliche Entwicklung genommen, die sich noch heute sehr eindrucksvoll ablesen lässt und die die Handschrift eines prominenten Architekten trägt – Egon Hartmann. Hartmann gilt heute als eine Schlüsselfigur des städtischen Wieder- und Neuaufbaus in der Nachkriegszeit in beiden deutschen Staaten.
Doch im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die engagierten, preiswürdigen Denkmalbewahrer und ihre Objekte.
Die sanierte Döhlener Kirche St. Peter, ein weithin sichtbarer imposanter Sakralbau steht für hohes bürgerschaftliches Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Mit enormen Anstrengungen hat es die Kirchgemeinde mit ihrem Pfarrer Michel Debus geschafft, die Kirche in zwei Bauabschnitten zu sanieren. Zunächst wurden ab 2014 der Kirchturm und Turmuhr saniert bzw. restauriert, ab 2017 folgte die Fassadensanierung des Kirchenschiffs.Eine Kirchensanierung ganz besonderer Art gelang Martina Henschke und Markus Gerlich in Oberndorf, einem Ortsteil der Gemeinde Kraftsdorf. Sie schufen sich in dem 1955 als Typenbau der Neuapostolischen Kirche errichteten eingeschossigen Saalbau ihr „Eigenheim“, nachdem das Gebäude bereits 2009 von der Kirche aufgegeben worden war und verkauft werden sollte. Für das denkmalgeschützte Gebäude sind die neuen Eigentümer ein Glücksfall. Ihnen gelang es, mit Sachverstand und Feingefühl – so die Jury - heutigen modernen Wohnstandard in das Gebäude zu integrieren, ohne dessen ursprüngliche Verwendung zu negieren. So wurde aus dem einstigen rund 100 Quadratmeter großen Kirchensaal ein Loft, in dem sich Küche, Wohnbereich und Arbeitsplatz frei im Raum befinden. Für die Küchenfronten verwendeten sie  zudem Material aus dem Kirchensaal, wie die neuen Bauherren überhaupt sehr viel Wert auf nachhaltiges und ökologisches Bauen Wert legten.
Mit der Sicherung des Wohnhauses Kirchberg 8 gelang der Stadt Weida die Bewahrung eines Stadtbild prägenden Gebäudes, das durch jahrelangen Leerstand und Verwahrlosung wohl zur Sicherheitsgefahr und „Schrottimmobilie“ geworden wäre, gebe es in Weida nicht die Innenstadtinitiative „Weida lückenlos“. Ein Förderprogramm, mit dessen Hilfe  bestandsbedrohte Gebäude gesichert und bauhistorisch wertvoller Bestand vor dem Verfall bewahrt werden kann. Am Gebäude Kirchberg 8, das sich der Klempnermeister Karl Wucher 1906 als Wohnhaus errichten ließ, investierte die Stadt in Rohbau- und Fassadeninstandsetzung, letztere mit üppigen und ausgeprägten Jugendstilformen verziert.
Bleibt die Hoffnung, dass das so instand gesetzte stattliche Gebäude nun auch wieder Nutzer findet, die dem ersten Schritt der Erhaltung weitere folgen lassen