Willkommen im Landkreis Greiz
Sie sind hier:

21.08.2018 08:10

Viel Lob für Projekt-Vielfalt im „Land(auf)Schwung“

Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums beeindruckt von Modellregion Greiz


„Der Landkreis Greiz ist die Land(auf)Schwung-Region, von der wir in der Geschäftsstelle das wenigste hören. Das heißt, mit ihr haben wir die wenigsten Probleme, denn Sie sind der Landkreis, der die Mittel planmäßig abruft und auch hinsichtlich der Fülle und Vielfalt der Projekte die vorbildlichste Region ist. Mit rund 40 Projekten sind sie auch der Landkreis, der die meisten eingereicht hat.“ Anerkennende Worte aus berufenem Munde, denn Dr. Ulrich Neubauer ist Referatsleiter im Bundesministerium  für Ernährung und Landwirtschaft und als solcher zuständig für das Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“. Und weil er die Modellregion Greiz und ihre Erfolge mit eigenen Augen sehen wollte, „nicht nur nach Aktenlage“, stattete Dr. Neubauer gemeinsam mit  Dr. Holger Lehmeier und Constance Clemens von der Geschäftsstelle Land(auf)Schwung aus Bonn vor wenigen Tagen dem Landkreis einen Besuch ab.
Begrüßt wurde die kleine Abordnung von Landrätin Martina Schweinsburg, die – nach dem Geheimnis des Erfolgs gefragt – freimütig erklärte, dass  „bei uns nicht nur Papier vollgeschrieben wird und endlose Debatten geführt werden, bei uns zählt Pragmatismus“. Aus diesem pragmatischen Ansatz heraus,  wurde der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (RAG) „Greizer Land“, die eigentlich den Leader-Prozess begleitet, die Projektauswahl übertragen, während die Wirtschaftsfördergesellschaft Ostthüringen (WFG) als Entwicklungsagentur agiert, die ebenfalls bereits in den Leader-Prozess eingebunden ist.
Die Reise durch die Modellregion Landkreis Greiz führte die kleine Abordnung zunächst  in die Hofkäserei Büttner in Hohenleuben, die mit Land(auf)Schwung-Mitteln ihre Produktionsstätte um eine Biokäserei erweitert. Die Brüder Christfried, Mathias und Andreas Büttner sind allesamt Autodidakten in der Käseherstellung. Vor 20 Jahren haben sie sich in das Abenteuer gestürzt  und sich Schritt für Schritt zu echten Profis hochgearbeitet. Nun wollen sie mit ihren zig Käsesorten den Biomarkt erobern. Dafür müssen sie nicht nur separate Produktions-, Lager- und Reiferäume schaffen, sondern auch das aufwendige Zertifizierungsprozedere meistern. Dass ihnen das gelingt, daran hatte keiner der Besucher Zweifel.
Station  Nummer zwei war die Kauern Agrar GmbH, die konsequent auf Regionalität und Transparenz setzt. Sichtbarstes Zeichen dafür die noch im Bau befindliche „Gläserne landwirtschaftliche Produktion“, die Besuchern einen authentischen Blick in den im vorigen Jahr in Betrieb genommenen Hightech-Rinderstall ermöglicht und gleichzeitig mit dem Hofladen den Erwerb regionaler Erzeugnisse. Im nächsten Jahr, so der Plan, soll das Besucherzentrum genutzt werden können, berichtete Vorstandsvorsitzender Klaus-Jürgen Plötner. Daneben betreibt die Kauern Agrar GmbH bereits Milchtankstellen. Rund 1,2 Millionen Euro investiert der Landwirtschaftsbetrieb,  54.700 Euro kommen aus dem Land(auf)Schwung-Topf.
Letzter Anlaufpunkt war die Bioküche Werk5 mit Bioladen von Silke Beyer in Münchenbernsdorf. Im ehemaligen Kulturhaus des Städtchens kocht das Team um Silke Beyer täglich 300 Mittagessen für Kindereinrichtungen in Gera, Jena und Greiz. Silke Beyer hat sich nach eigenem Bekunden damit einen Traum erfüllt, der auch nur dank des Land(auf)Schwung-Programms zu realisieren war. Sie lobte – wie übrigens alle anderen Projektträger auch – das unkomplizierte Verfahren der Antragstellung sowie Gewährung, „auch wenn wir dafür manchen Projektträger vermutlich ganz schön genervt haben“, meinte schmunzelnd Frank Korn vom RAG-Vorstand.
Dr. Ulrich Neubauer lobte in seinem Resümee bei Kaffee und Kuchen aus der Werk5-Bioküche die unternehmerische Herangehensweise bei der Projektauswahl und die Nachhaltigkeit der genehmigten Land(auf)Schwung-Projekte im Landkreis Greiz. Zudem sei auffällig, dass ein Großteil einen engen Bezug zur Landwirtschaft habe, was wiederum den ländlichen Raum in besonderem Maße aufwerte.