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Gefahren durch den kleinen Fuchsbandwurm

Da in den letzten Jahren der Bestand an Füchsen vor allem in unmittelbarer Nachbarschaft zum Menschen stark angewachsen ist, wächst in der Bevölkerung die Besorgnis, sich mit den kleinen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) anzustecken. Die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte lassen regelmäßig im Rahmen der Tollwutdiagnostik erlegte Füchse unter anderem auch auf den kleinen Fuchsbandwurm untersuchen.
Im Landkreis Greiz wurden im Jahr 2009 insgesamt 45 Füchse untersucht; davon waren immerhin 11 Füchse mit dem kleinen Fuchsbandwurm befallen. Das entspricht einer Befallsrate von 24,4  Prozent, im Jahr 2008 waren es 41,5 Prozent. Im Durchschnitt lagen die entsprechenden Werte für das Bundesland Thüringen bei 31,7 Prozent (2009) beziehungsweise 41,2 Prozent (2008).
Im Jahr 2009( Stand Oktober ) wurden in Deutschland 91 Erkrankungsfälle an das Robert-Koch-Institut gemeldet, davon aus Thüringen 2 Erkrankungen.
So harmlos sein Name auch klingt: Der kleine Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der für den Menschen lebensgefährlich sein kann. Der reife Wurm lebt im Darm des Fuchses (so genannter Endwirt) - selten auch bei Hund und Katze – und erreicht eine Größe von 3 bis 5 mm. Die Eier gelangen mit dem Kot der Tiere ins Freie. Sie werden mit der Nahrung durch geeignete Zwischenwirte, wie kleine Nagetiere oder andere Kleinsäuger, aufgenommen und entwickeln sich in ihnen zu Bandwurmfinnen. Werden diese infizierten Nagetiere, zum Beispiel Mäuse, wiederum von Füchsen, Hunden und Katzen erbeutet und gefressen, wird aus der Finne in diesen Tieren ein Bandwurm.
Der Mensch infiziert sich oral durch Aufnahme ausgeschiedener Eier. Dies geschieht durch den Verzehr von rohen, bodennahen Früchten und Gemüse oder durch den Kontakt mit dem Fell oder dem Kot von infizierten Füchsen, Hunden oder Katzen. Da der Mensch kein natürlicher Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm ist (Fehlwirt), führt nicht jede Aufnahme von Bandwurmeiern automatisch zu einer Infektion. Das Risiko ist für den Menschen im Vergleich zum Nagetier relativ gering, nur 10% der Infizierten erkranken tatsächlich.
Wer sich vor der Aufnahme von Bandwurmeiern schützen will, sollte Salat, Früchte und Gemüse aus der Natur  vor dem Verzehr gründlich waschen. Gekochtes Gemüse, eingemachtes Obst, Marmelade ect. sind unbedenklich, da eine Erhitzung auf über 60 Grad Celsius zur Abtötung der Bandwurmeier genügt. Durch Einfrieren oder die Behandlung mit üblichen Desinfektionsmitteln einschließlich Alkohol werden die Bandwurmeier jedoch nicht inaktiviert. Hunde oder Katzen können ebenfalls eine Infektionsquelle darstellen, wenn sie im Freiland Mäuse fangen oder fressen. Solche Tiere sollten regelmäßig gegen Bandwurmbefall medikamentös behandelt werden.
Im Zwischenwirt durchläuft der Fuchsbandwurm ein Larvenstadium, indem er sich in der Leber einnistet und so tumorähnliches Larvengewebe bildet, das tausende von Bandwurmanlagen (Protoscolices) enthält. Während dies im üblichen Zwischenwirt (Mäuse, Bisamratten) relativ schnell von statten geht, kann beim Menschen die Zeit bis zum Auftreten erster Anzeichen von mehreren Monaten bis zu vielen Jahren umfassen.
Treten Symptome auf, so sind es wenig charakteristische Beschwerden, wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Druckgefühl und Schmerzen im Bauchraum. Ohne Behandlung würde das Einwachsen des Parasiten in das Lebergewebe zum Tod führen. Eine operative Entfernung verspricht nur im Frühstadium nachhaltigen Erfolg. Es stehen Medikamente zur Verfügung, die bei langfristiger sachgemäßer Anwendung ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.
In der Landwirtschaft und im Forst tätige Personen stellen Berufsgruppen mit einem erhöhten Infektionsrisiko dar. Hier empfiehlt sich unter Umständen die vorsorgliche serologische Untersuchung. Mittels moderner Diagnostik kann eine Infektion frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Für Fragen zur Problematik des kleinen Fuchsbandwurms stehen Ihnen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes (Tel. 03661-876510)  und des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes (Tel. 036628-47108) zur Verfügung.

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