Denkmalschutzpreisträger 2005
Vorstellung der Preisträger des Jahres 2005
Ehemalige Villa Prasse
Ernst-Thälmann-Straße 21
07570 Weida
Bei dem Haus des Lederfabrikanten Franz Prasse handelt es sich um ein bemerkenswertes Beispiel kunstvoll gestalteter Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts. Während sich die Architektur im Wesentlichen an älteren Stil-Epochen orientiert, stehen die Verwendung von Materialien und die künstlerische Gestaltung ganz im Zeitgeist des Art Dèco.
Franz Prasse beauftragte 1925 den Architekten Walther Starke mit der Planung für ein neues Wohnhaus. Der Bau liegt eingebettet in einem großzügig angelegten Landschaftspark.
Bemerkenswert ist vor allem die aus der Bauzeit stammende Ausstattung. Dabei handelt es sich um Stuckdecken, Wandtäfelungen, Fußböden, Fenster, Innentüren mit Verglasungen, Kamin und Treppenanlage - um nur einige Details zu nennen.
Nach vieleln verschiedenen Nutzungen der Villa z.B. als Kindergarten und Vereinshaus, wurde schließlich die Villa von der Eigentümergemeinschaft Helios GbR erworben und restauriert.
Für ihr hohes Engagement und die vorbildlichen Leistungen bei der Instandsetzung der Villa Prasse erhielt die Eigentümergemeinschaft Helios GbR hierfür den Denkmalschutzpreis 2005 des Landkreises Greiz.
Tempel im Köstritzer Park
07586 Bad Köstritz
Der Köstritzer Park ist als einer der frühen Landschaftsgärten in Thüringen von besonderer kulturgeschichtlicher Bedeutung. Für die Stadt Köstritz stellt er das größte Flächendenkmal dar und weist nach der Beseitigung des Schlossbaues immer noch eindrucksvoll auf die mehrere Jahrhunderte dauernde Geschichte des Ortes als Residenz der Paragiatsherrschaft der jüngeren Linie des reußischen Fürstenhauses hin.
Ein besonders schöner Teil des Parks ist der Freundschaftstempel, bekannt auch als "Weiße Frau", der trotz einiger Beschädigungen und den Verlust der Skulptur ein wichtiges Ensemble des Parkes darstellt.
Durch eine denkmalgerechte Wiederherstellung des Bauwerkes wurde der Pavillon zum wertvollsten Kleinod des Köstritzer Parks.
Dieser herausragenden Leistung gebührt die denkmalpflegerische Anerkennung.
Für die Wiederherstellung des „Freundschaftstempels“, der als einer der Wahrzeichen der Stadt Köstritz wieder in altem Glanz erstrahlt wird der Orts- und Heimatverein Bad Köstritz mit dem Denkmalschutzpreis 2005 des Landkreises Greiz ausgezeichnet.
Ehemalige Amtsgerichtsgebäude des Schlosses Ronneburg
07580 Ronneburg
Das Ronneburger Schloss gehört aufgrund seiner Geschichte und seiner dominanten Lage am Rande der für die Bundesgartenschau geschaffenen „Neuen Landschaft Ronneburg“ zur bedeutendsten überlieferten Baukultur der Stadt und der Region.
Das zur Stadt gelegene „vordere Schloss“, ursprünglich Rittersitz und freies Burglehn, beherbergte ab dem 18. Jhd. unter anderem ein Rentenamt, ein Zollamt und ein Finanzamt.
Im Jahr 1889 baute man das Amtsgerichtsgebäude auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus.
Im Rahmen der von der Stadt Ronneburg mit viel kommunalem Engagement seit mehreren Jahren umgesetzten Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten am Schlosskomplex konnte 2003 und 2004 als ein weiterer Bauabschnitt die hofseitige Fassade des früheren Amtsgerichtes beispielhaft saniert werden.
Für die denkmalgerechte Sanierung der Fassade des ehemaligen Amtsgerichtes des Schlosses Ronneburg wurde die Stadtverwaltung Ronneburg 2005 mit dem Denkmalschutzpreis 2005 ausgezeichnet.
Evangelische Filialkirche Teichwitz
Ortsstraße 16
07570 Teichwitz
Ortsprägend für Dorf Teichwitz und von weitem schon zu sehen, steht die kleine Kirche umgeben von einer Mauer und einem kleinen Friedhof am Rande des Dorfangers.
Urkundlich 1267 erstmals erwähnt, ist das jetzige bauliche Erscheinungsbild des Sakralbaus dem Umbau nach 1734 zuzuordnen. Im Laufe der Jahre entstanden erhebliche Bauschäden an der Dacheindeckung und dem Außenputz - Wasser konnte bis ins Innere der Kirche eindringen.
Die Kirche Teichwitz zeigt sich nun wieder in einem intakten äußeren Erscheinungsbild und hat dank der Mitarbeit des Kirchenvorstandes, der fachkundigen Beratung der Behörden und der handwerklichen Qualität der Arbeit der Baufirmen ihr überliefertes Erscheinungsbild und ihren dörflichen Charme erhalten.
Für diese denkmalgerechte Sanierung der Außenflächen der Kirche wurde die Kirchgemeinde Teichwitz 2005 mit dem Denkmalschutzpreis des Landkreises Greiz ausgezeichnet.
Friedhofskapelle Weida
Friedhofstraße 4
07570 Weida
Die Friedhofskapelle wurde 1904 auf dem ab 1879 eingeweihten neuen Friedhof errichtet. Die Gesamtgestaltung des Friedhofes lag seinerzeit in den Händen des Stadtbaumeisters Schade. Dieser hatte die höhere Bauschule besucht und in Dresden die neuen Ideen des Jugendstils kennen gelernt.
Die Bildsprache des Jugendstil, hier besonders die Blumenmotive, kamen in der farbigen Ausschmückung der Kapelle zur Geltung. Die Buntglasfenster wurden nach Motiven des Historienmalers Yellin ausgewählt. Die gestäbte Holzdecke, die Brüstung der Empore und die Holztüren sind erhalten. Eine kleine Glocke aus dem Türmchen des ehemaligen Hospitals fand Aufnahme im schlanken Turm. Das schmiedeeiserne Eingangstor ist im Rokokostil gearbeitet und stammt etwa aus der Zeit 1730 - 1750.
Verschiedene Veränderungen in der Vergangenheit führten zum Verlust wichtiger Jugendstilelemente und über einen längeren Zeitraum fehlende Instandhaltungsmaßnahmen führten zum fortschreitenden Verfall der Kapelle. Nach der Wende begannen deshalb umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten.
2005 wurde hierfür die Stadtverwaltung Weida für die denkmalgerechte Sanierung und Restauration der Friedhofskapelle Weida mit dem Denkmalpreis des Landkreises Greiz ausgezeichnet.

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